Brettschichtholz (BS-Holz/BSH)

unter Brettschichtholz (kurz BSH) versteht man aus ca. 30 bis 40 mm dicken Lamellen verleimte und gehobelte Hölzer. Sie werden vorwiegend im Ingenieurholzbau, also bei hoher statischer Beanspruchung verwendet. Binder aus Brettschichtholz werden als Brettschichtbinder oder Leimbinder bezeichnet.

Herstellung
Holzbretter werden technisch getrocknet, gehobelt und dann der Länge nach mittels Keilzinkung zu sogenannten Lamellen verbunden. Diese Brettlamellen werden danach zu Kanthölzern verschiedener Dimensionen verleimt und abschließend nochmals gehobelt. Für die Herstellung wird Massivholz verwendet. In der Regel wird ein Brettschichtholz immer aus einer Holzart hergestellt. Es finden meist Fichten-, Tannen-, Kiefer-, Lärchen- oder Douglasienhölzer Verwendung. Andere Nadelhölzer sind eher unüblich. Laubhölzer werden mit Ausnahme der in Frankreich üblichen Pappel für tragende Zwecke derzeit kaum eingesetzt, da sie in den meisten europäischen Ländern baurechtlich nicht zulässig sind. Untersuchungen mit Eichen- und Buchenholz zeigen aber die grundsätzliche Eignung bei Beachtung der Randbedingung für die Herstellung und den Einsatz. Die Herstellung erfolgt in verschiedenen
Qualitäten sowohl in optischer wie auch in statischer Hinsicht. Es wird im allgemeinen gerade Standardware hergestellt. Mit Brettschichtholz lassen sich allerdings auch verschiedenste auch mehrachsial gebogene Holzteile herstellen.

Qualitäten
Brettschichtholz wird nach der neuen DIN 1052 (August 2004) in die Klassen GL24h, GL24c, GL28h, GL28c, GL32h, GL32c, GL36h und GL36c eingeteilt. GL steht dabei für "Glued Laminated Timber" = Brettschichtholz. Die nachfolgende Zahl gibt die zulässige Biegespannung in N/mm² an. Das c bzw. h steht für combiniertes bzw. homogenes Brettschichtholz. Wobei combiniert dafür steht das es aus 2 Decklamellen mit hoher Qualität und Mittellamellen aus weniger guter Qualität besteht. Homogen wird das Brettschichtholz bezeichnet wenn der gesamte Aufbau aus hoher Qualität besteht. Dies ist in der Regel aber eine Ansichtssache und Kostenfrage! Hinzu kommt noch Sicht und Nichtsichtqualität des Endproduktes. Sichtqualität wird meistens im offenen Verbau genutzt. Nichtsicht kommt meistens im Stappeldeckenbau oder im Unterverbau zum Einsatz!

Vorteile
Da Brettschichtholz aus vorsortierten und von Fehlstellen befreiten Hölzern gefertigt werden lassen sich Tragfähigkeiten erreichen, die mit Vollholz nicht erreichbar sind. Es sind größere Querschnitte möglich als beim Vollholz, außerdem ist die Herstellung gebogener Träger möglich.
Da Brettschichtholz aus getrocknetem Holz hergestellt wird und mehrschichtig aufgebaut ist findet keine Rissbildung, wie bei Vollholz, statt. Somit eignen sich Leimbinder hervorragend für offene Dachkonstruktionen in Wohnhäusern oder für andere Zwecke, bei denen die unvermeidliche Rissbildung von Vollholz unerwünscht ist.
Da das Holz nicht richtig brennt, sondern nur glimmt, bleibt die Tragfähigkeit bei Bränden länger erhalten als z.B. bei Stahlträgern.

Nachteile
Der m³-Preis für Brettschichtholz liegt bei etwas mehr als dem Doppelten des Vollholz-Preises. BSH bedient allerdings auch andere statisch-konstruktive Bereiche und konkurriert nicht mit Vollholz (BSH hat eine bis zu 80 Prozent höhere Tragkraft als Vollholz, bezogen auf identische Querschnitte). Im Vergleich mit Stahl- und Spannbetonkonstruktionen bietet BSH bei ähnlichem Preis (bezogen auf die Tragfähigkeit) Vorteile in Bezug auf Gewicht und chemische Widerstandsfähigkeit, bei Nachteilen im Widerstand gegen wechselnde Feuchte.

Quelle: wikipedia.de

-> Weiter zum Brettschichtholz Hersteller "Wiedmann Ing. Holzleimbau"

-> Weiter zur Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. (www.brettschichtholz.de)